Wer in Hannover ein Grundstück kaufen oder verkaufen will, braucht verlässliche Zahlen statt grober Schätzungen. Die Grundstückspreise für Hannover schwanken je nach Stadtteil zwischen unter 150 €/m² und über 2.000 €/m². Dieser Beitrag zeigt die aktuellen Werte und wo Sie den Bodenrichtwert für Ihr Grundstück abfragen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der durchschnittliche Bodenrichtwert für Hannover liegt bei 403 €/m²
- Die teuersten Lagen finden sich in Mitte mit Werten von örtlich bis zu 2.292 €/m², die günstigsten in Wülferode mit 142 €/m²
- In Bothfeld liegt der Bodenrichtwert bei 634 €/m², in Misburg-Nord bei 297 €/m² und in Misburg-Süd bei 184 €/m²
- Für die Grundstückspreise der Region Hannover (Umland) gilt ein niedrigerer Schnitt von rund 321 €/m²
- Bodenrichtwert und tatsächlicher Kaufpreis sind zwei unterschiedliche Dinge
Was kostet ein Grundstück in Hannover aktuell?
Der durchschnittliche Grundstückspreis in Hannover liegt bei 403 €/m² Bodenrichtwert (Stand 2026, Stichtag 01.01.2025). Innerhalb der Stadt schwankt dieser Wert jedoch stark: Spitzenlagen rund um Innenstadt und Zoo erreichen mehrere Tausend Euro, während Randlagen deutlich darunter liegen.
Am teuersten ist der Stadtteil Mitte mit im Schnitt 2.292 €/m², in einzelnen Zonen rund um Ernst-August-Platz und Kröpcke sogar bis zu 10.500 €/m². Am günstigsten ist Wülferode mit 142 €/m². Dazwischen liegen begehrte Wohnlagen wie Oststadt (849 €/m²) und Kirchrode (649 €/m²).
Der Bodenrichtwert spielt auch für Eigentumswohnungen eine Rolle, da der anteilige Grundstückswert Teil des Verkehrswerts ist. Beim Wohnung verkaufen in Hannover sollte man diesen Anteil bei der Preisfindung berücksichtigen. Wichtig ist ohnehin: Der tatsächliche Marktpreis liegt häufig über dem amtlichen Bodenrichtwert, da dieser auf Kaufpreisen des Vorjahres basiert und individuelle Grundstücksmerkmale nicht erfasst.
Bodenrichtwert oder Grundstückspreis: Wo liegt der Unterschied?
Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert je Quadratmeter, den der Gutachterausschuss jährlich zum Stichtag 1. Januar aus tatsächlichen Kaufpreisen ableitet. Der Grundstückspreis dagegen ist der konkrete Verhandlungspreis eines einzelnen Grundstücks und hängt zusätzlich von Zuschnitt, Erschließung, Lage im Detail und Nachfrage ab.
Für eine erste Orientierung reicht der Bodenrichtwert. Für eine belastbare Einschätzung des eigenen Grundstücks braucht es zusätzlich die Zonendaten der jeweiligen Bodenrichtwertzone und im Zweifel die Einschätzung von einem erfahrenen Immobilienberater in Hannover, der die lokalen Besonderheiten kennt.
Stadtteilvergleich
| Stadtteil | Bodenrichtwert 2025 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Mitte | ca. 2.292 €/m² | – |
| Oststadt | 849 €/m² | – |
| Kirchrode | 649 €/m² | – |
| Bothfeld | 634 €/m² | +2,1 % |
| List | 602 €/m² | – |
| Misburg-Nord | 297 €/m² | +6,8 % |
| Misburg-Süd | 184 €/m² | stabil |
| Wülferode | 142 €/m² | – |
Die Grundstückspreise Hannover Misburg zeigen ein geteiltes Bild: Misburg-Nord legte deutlich zu, Misburg-Süd blieb stabil. Auch die Grundstückspreise Hannover Bothfeld setzen ihren moderaten Aufwärtstrend fort, nachdem der Bodenrichtwert 2022 zwischenzeitlich eingebrochen war. Beim Immobilie verkaufen in Hannover profitiert man von einer Einschätzung anhand der aktuellen Zone.
Für Badenstedt liegt kein einheitlicher Stadtteilwert vor, da sich mehrere Bodenrichtwertzonen mit unterschiedlichem Preisniveau überschneiden. Wer die Grundstückspreise Hannover Badenstedt ermitteln möchte, sollte daher die genaue Adresse über das amtliche Portal abfragen.
Wie unterscheidet sich das Umland?
Im Umland liegen die Grundstückspreise Region Hannover spürbar niedriger als in der Kernstadt. Der durchschnittliche Bodenrichtwert der Region beträgt rund 321 €/m², die tatsächlichen Marktpreise liegen mit etwa 353 €/m² knapp 10 Prozent darüber. Im Jahresvergleich gaben die Marktpreise in der Region leicht nach, um rund 1,4 Prozent.
Innerhalb der Region gibt es ebenfalls große Unterschiede: Manche Umlandgemeinden wie Langenhagen und Garbsen verzeichneten zuletzt leichte Preiszuwächse, während strukturschwächere Lagen stagnierten oder rückläufig waren.
Wie erhalte ich den Bodenrichtwert für mein Grundstück?
Zuständig für die Ermittlung ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Region Hannover, nicht das Katasteramt. Viele Eigentümer fragen dennoch zunächst beim Katasteramt Hannover Grundstückspreise ab, da Kataster und Bodenrichtwert historisch eng zusammenhängen: Das Kataster liefert die Flurstücksdaten, auf deren Basis der Gutachterausschuss die Richtwerte berechnet.
Den amtlichen Wert für die eigene Adresse erhalten Sie kostenfrei über das Bodenrichtwertinformationssystem BORIS.NI. Dort lässt sich per Adresse oder Flurstück die passende Bodenrichtwertzone abrufen. Für individuelle Rückfragen ist die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses Region Hannover direkt erreichbar. Rechtliche Grundlage der Bodenrichtwertermittlung ist § 196 BauGB, der die Gutachterausschüsse zur jährlichen Ermittlung verpflichtet.
Warum schwanken Grundstückspreise in Hannover so stark?
Vier Faktoren erklären die meisten Preisunterschiede:
- Lage und Mikrolage: Nähe zu Innenstadt, Grünflächen oder Wasser wirkt sich direkt aus
- Bauliche Ausnutzbarkeit: Ein Grundstück, das höher oder dichter bebaut werden darf, ist pro Quadratmeter mehr wert
- Grundstücksgröße: Größere Flächen haben meist einen niedrigeren relativen Quadratmeterpreis als kleine, gut geschnittene Parzellen
- Erschließungszustand: Voll erschlossene Grundstücke kosten mehr als Bauerwartungsland
Wer diese Faktoren kennt, kann den amtlichen Bodenrichtwert realistischer auf das eigene Grundstück übertragen, statt sich allein am Stadtteildurchschnitt zu orientieren.
Fazit
Die Grundstückspreise Hannover unterscheiden sich je nach Stadtteil um mehr als das Zehnfache. Für eine erste Einschätzung genügt der Bodenrichtwert über BORIS.NI, für den tatsächlichen Verkehrswert braucht es die professionelle Einordnung von einem erfahrenen Immobilienmakler in Hannover, der Lage, Zuschnitt und bauliche Möglichkeiten des jeweiligen Grundstücks kennt.
„Der Bodenrichtwert gibt eine gute erste Orientierung, ersetzt aber nie die Einschätzung vor Ort. Lage, Zuschnitt und bauliche Möglichkeiten entscheiden am Ende über den tatsächlichen Wert“, erklärt Christopher Grein, Geschäftsführer von Kensington Hannover.
Häufige Fragen zum Grundstückspreis Hannover
Was kostet eine amtliche Bodenrichtwertauskunft in Hannover?
Die einfache Online-Abfrage über BORIS.NI ist seit 2021 kostenfrei und zeigt den Bodenrichtwert der jeweiligen Zone. Wer dagegen eine förmliche, mit Siegel versehene Bodenrichtwertauskunft benötigt, etwa für ein Finanzamt oder ein Gericht, muss diese beim Gutachterausschuss beantragen. Diese amtliche Auskunft ist kostenpflichtig und richtet sich nach der Gebührenordnung für Gutachterausschüsse (GOGut). Die genaue Höhe hängt vom Aufwand des Einzelfalls ab und wird direkt vom Gutachterausschuss mitgeteilt.
Fließt der Bodenrichtwert direkt in die Grundsteuer ein?
In Niedersachsen bestimmt der Bodenrichtwert nicht unmittelbar den Grundsteuerwert, sondern geht als ein Faktor in den sogenannten Lage-Faktor des Flächen-Lage-Modells ein. Niedersachsen berechnet die Grundsteuer nach dem Niedersächsischen Grundsteuergesetz aus Grundstücksfläche, Gebäudefläche und diesem Lage-Faktor, nicht nach dem Bundesmodell anderer Länder. Der Lage-Faktor ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen dem gemeindlichen Bodenrichtwert und dem Bodenrichtwert des konkreten Grundstücks. Damit wirkt sich eine gute Lage zwar auf die Grundsteuer aus, aber anders als in Ländern mit dem klassischen Bundesmodell.
Was ist Bauerwartungsland und warum ist es günstiger als Bauland?
Bauerwartungsland bezeichnet Flächen, bei denen aufgrund der Planung eine künftige Bebauung zu erwarten ist, die aber noch nicht baureif erschlossen sind. Der Preis liegt deutlich unter dem von voll erschlossenem Bauland, da Erschließungskosten, Planungsunsicherheit und eine oft längere Wartezeit bis zur Bebaubarkeit eingepreist werden. Erst mit rechtskräftigem Bebauungsplan und vorhandener Erschließung wird aus Bauerwartungsland baureifes Land, wodurch der Wert meist deutlich ansteigt. Für Käufer bedeutet das ein höheres Risiko, aber auch einen potenziell günstigeren Einstiegspreis.
Wie stark kann der reale Kaufpreis vom Bodenrichtwert abweichen?
Der tatsächliche Verkaufspreis liegt in Hannover aktuell im Schnitt rund 20 Prozent über dem amtlichen Bodenrichtwert. Nach oben oder unten wirken zusätzliche Zu- und Abschläge, etwa für Grundstückszuschnitt, Erschließungszustand, Altlasten, Denkmalschutz oder Lärmbelastung, die im pauschalen Bodenrichtwert nicht enthalten sind. Bei stark abweichenden Grundstücken, etwa sehr schmalen oder ungünstig geschnittenen Parzellen, kann die Differenz auch deutlich größer ausfallen. Für eine belastbare Einschätzung des Einzelfalls ist deshalb ein Blick auf die konkrete Zonendefinition und die individuellen Grundstücksmerkmale notwendig.
Wer ist der beste Immobilienmakler für Grundstücksbewertungen in Hannover?
Ein guter Ansprechpartner für Grundstücksbewertungen zeichnet sich durch fundierte Marktkenntnis der einzelnen Stadtteile, Erfahrung mit amtlichen Bodenrichtwerten und eine realistische, nachvollziehbare Einschätzung statt überzogener Wertversprechen aus. Kensington bewertet Grundstücke unter Einbezug der aktuellen Bodenrichtwertzonen sowie individueller Lagefaktoren und begleitet Eigentümer von der ersten Einschätzung bis zur Vermarktungsstrategie. Für eine fundierte Einordnung des eigenen Grundstücks empfiehlt sich ein persönliches Gespräch, in dem die konkrete Zone, der bauliche Zustand und die Marktlage gemeinsam bewertet werden.
